Anforderungen und Eigenschaften                            

Die unterschiedlichen Anforderungen der Darmsaiten auf einem Instrument

Der Tonumfang bei Streichinstrumenten wird hauptsächlich durch die unterschiedlichen Durchmesser der Saiten erreicht. Folglich sind die Stärkenunterschiede der Saiten eines Instrumentes groß. Untergeordnet spielt auch die verwendete Saitenspannung eine Rolle. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Anforderungen, zum einen für den zu verwendenden Darm, und zum anderen an die Herstellungsweise der verschiedenen Saiten. Wir unterscheiden deshalb die Darmsaiten zwischen Diskant Saiten (oberer Tonbereich), Saiten für den mittleren Tonbereich und Bass-Seiten.

Die Diskant Saiten eines Instrumentes müssen besonders reißfest sein, da ihre Bruchlast fast voll ausgeschöpft wird. Sie sollten fast immer so stark gespannt sein, dass sie kurz vor dem zerreißen sind. Die erforderliche Reißfestigkeit erreicht man durch verschiedene, gezielte Verarbeitungsprozesse beim Herstellen der Saite. Dazu zählt das Spalten der Därme, das Waschen in verschiedenen Laugen und der chemische Zusatz von Alaun und anderen Gerbstoffen. Zusätzlich sorgt die geringe Verdrehung der Darmfasern für Reißfestigkeit und Härte der Diskantsaite.

Für den mittleren Tonbereich eines Instrumentes benötigt man dagegen eine wesentlich weichere Saitenqualität, um die Ansprache, den sonoren Charakter und die Modulationseigenschaften des Instrumentes voll ausschöpfen zu können. Diese Saiten sollten chemisch möglichst wenig behandelt sein und benötigen keinen gespaltenen Darm. Wichtig ist jedoch, dass diese Saiten sehr stark verdreht sind um eine größtmögliche Flexibilität zu erhalten.

Die Bass- Seiten sind durch die verschiedenen Macharten ein Thema für sich. Bis ca. 1660 waren umsponnene Darmsaiten, wenn überhaupt vorhanden, die Ausnahme. Somit mussten die Musiker mit den sehr dicken, blanken Darmsaiten zurechtkommen.

Um blanke Darmsaiten als Bass- Saiten spielen zu können, müssen diese extrem weich sein und eine für uns ungewöhnlich hohe Saitenspannung haben (equal tension). Bei den tiefen Saiten stellt die Reißfestigkeit allerdings kein Problem dar, da die Spannung weit unter der Belastbarkeitsgrenze der jeweiligen Saite liegt. Somit liegt das Hauptaugenmerk bei der Herstellung diese Saiten darauf, dass sie sehr weich sind. Dies wird durch die Verwendung von unbehandeltem Darm und einer Mehrfachverdrehung erreicht. Die hierbei angewendete Technik  ähnelt der  bei der Herstellung von Seilen.

Da wir noch keine Diskantsaiten herstellen, greifen wir auf Saiten der Firmen Toro zurück, welche aus Schafsdarm sind und ausgesprochen gut zu unseren marokkanischen Saiten passen.

Für den mittleren Tonbereich bieten wir unsere Pure Corde "high twist“ Darmsaiten an, die wohl einzigartig in Klangeigenschaften und Ansprache sind.

Für den tiefen Tonbereich empfehlen wir unsere Pure Corde "high twist“ Darmsaiten. Für den Fall, dass die Ansprache durch eine extrem starke Saite nicht zufriedenstellend sein sollte, empfehlen wir Ihnen die Pure Corde "triple“ Saiten. Diese klingen weicher, haben eine noch bessere Ansprache, können dabei ggf. etwas an Prägnanz verlieren.

Wir hoffen Ihnen hiermit ein wenig Aufschluss gegeben zu haben haben. Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an, oder schreiben uns eine Mail, wir helfen Ihnen gerne weiter.